nevernot im Interview mit CHEEX

'Mach, was du willst' - unter diesem Motto haben Katharina und Anna nevernot und den ersten Soft-Tampon im Jahr 2020 auf den Markt gebracht. Sex, Sport, Spa & Chill: Alles ist möglich - wenn du es willst!

Der Soft-Tampon hilft nicht nur dabei, sich bequemer und freier zu fühlen, sondern auch bei Endometriose und Regelschmerzen. nevernot stellt gut durchdachte Produkte für alle Geschlechter her, die echte Bedürfnisse bedienen und uns an Süßigkeiten und hochwertige Kosmetikprodukte erinnern. Für CHEEX und nevernot war es eine Selbstverständlichkeit, zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. Wir haben uns mit den Gründern für eine kleine Vorstellung zusammengesetzt. Viel Spaß!

Intimate Wellness - Was bedeutet das?

Katharina Trebitsch:

Intimes Wohlbefinden können wir auf unterschiedliche Weise finden. Körperlich und geistig: durch Sex, Selbstbefriedigung, Berührungen oder unsere Einstellung zum eigenen Körper. Das Schlüsselwort ist hier “Selbstfürsorge”, und wir sehen Sex als “Selbstfürsorge”.

Wie setzt nevernot das als Marke um?

Katharina Trebitsch:

Wir wollen zeigen, dass intime Gesundheit ein integraler Bestandteil unserer Wohlfühlroutinen sein sollte – Yoga, Sex, Masturbation, Me-Time, Meditation – und so eine gesunde Beziehung zu unserem Körper schaffen kann. Ein Beispiel: Jemand, der öfter masturbiert, wird wahrscheinlich im Alltag ausgeglichener sein.

Anna Kössel:

Einerseits wollen wir das mit unseren Produkten leichter machen – indem wir auf Qualität, Fairness und gutes Design setzen. Auf der anderen Seite wollen wir diese Themen normalisieren, indem wir offen über sie kommunizieren. Nur wer offen über seine Wünsche und Bedürfnisse, über Probleme mit dem eigenen Körper oder über Lust und den Mangel daran sprechen kann, wird seine Einstellungen auch körperlich umsetzen können. Es geht darum, sich mit seinem Körper, seinen Komfortzonen und seiner Sexualität auseinanderzusetzen – egal ob man sexuell aktiv ist oder nicht.

Ihr erweitert ständig eure Produktpalette, was ist für dieses Jahr noch geplant?

Anna Kössel:

Uns gibt es jetzt seit eineinhalb Jahren und wir haben bereits sechs Produkte in verschiedenen Variationen auf den Markt gebracht – vom Soft-Tampon über eine vegane und biologische Gleitgel-Kollektion bis hin zu unserem neuesten Produkt, dem Smoothie, einem Anti-Chafer-Gel.

Für dieses Jahr haben wir fünf weitere Produkteinführungen geplant. Besonders gespannt sind wir auf den Soft-Tampon 2.0, die optimierte Version des Nevernot Soft-Tampons. Wir arbeiten schon seit Monaten daran und es ist super spannend. Anfang August werden wir dir mehr darüber erzählen können!

Ihr bezeichnet euch selbst als die erste Beauty-Marke für Sex. Was meint ihr damit?

Katharina Trebitsch:

Hast du dich schon mal gefragt, welche Inhaltsstoffe dein Gleitgel enthält? Die Produkte, die wir in unserem Intimbereich verwenden, sollten mindestens so gut sein wie unsere Gesichtskosmetik. Deshalb legen wir bei unseren Intim-Wellness-Produkten die gleichen Nachhaltigkeits- und Qualitätsstandards an wie in der Beauty-Branche. Es reicht nicht aus, Gleitmittel oder Intimtücher zu verkaufen, die unserem Körper und der Umwelt nicht schaden, sie sollten auch wirklich wirksam sein.

Mit welchen Schwierigkeiten seid ihr konfrontiert worden, seit ihr nevernot gegründet habt?

Katharina Trebitsch:

Für uns als Start-up sind die sozialen Medien sehr wichtig – zum einen, um potenzielle Kunden zu erreichen, zum anderen, um unsere Ideen und Werte noch besser zu kommunizieren. Deshalb haben wir unsere Instagram-Seite ein paar Monate vor dem eigentlichen Markenstart gestartet und konnten so organisch eine Fangemeinde aufbauen. Doch Meta und Co. legen uns immer wieder Steine in den Weg. Jeder, der offen über Sex, Lust, LGBTQIA+ Rechte oder die Periode informiert und aufklärt, kann eingeschränkt werden. Zum Beispiel wird unsere Reichweite reduziert, wenn wir Wörter wie “Sex” ausschreiben oder auch nur laut in einer Geschichte aussprechen. Um unsere Follower überhaupt erreichen zu können, müssen wir uns also selbst zensieren. Schattenverbote oder gelöschte Konten sind in der Intim-Wellness-Branche an der Tagesordnung. Du kennst diesen Kampf besser als jeder andere…

Das stimmt, wir haben einiges gemeinsam: Wir werden immer als Pornoplattform für Frauen abgestempelt, aber CHEEX ist für alle da - euer Anspruch ist "für alle, die es lieben, Liebe zu machen" und trotzdem denken viele Leute, dass eure Zielgruppe nur Frauen sind. Warum ist das so?

Anna Kössel:

Erstens liegt das sicher daran, dass wir oft als “Gründerinnen” vorgestellt werden und immer noch die Vorstellung vorherrscht, dass Frauen nur “Frauenprodukte” herstellen. Zweitens haben wir bei nevernot mit dem Soft-Tampon angefangen. Der Soft-Tampon ist natürlich ein Periodenprodukt, aber gleichzeitig ist sein Alleinstellungsmerkmal, dass er beim Sex getragen werden kann. So haben wir uns gleichzeitig auf dem Markt für Intim-Wellness und auf dem Markt für Frauenhygiene positioniert – obwohl letzterer für unsere Marke nicht entscheidend ist.

Eine weitere Gemeinsamkeit: Pornos, Gleitmittel und Tampons gelten immer noch als Tabus. Deshalb seid ihr super provokativ. Aber warum müsst ihr so laut sein?

Katharina Trebitsch:

Wir glauben, dass keine Tabus gebrochen werden können – zumindest nicht in unserer Blase. Aber wir haben noch viel Arbeit vor uns, bis wir an den Punkt kommen, an dem jeder offen über seinen Pornokonsum, sein Sexleben, seine Masturbationsroutine oder seine Periodenprobleme spricht. Deshalb müssen wir daran arbeiten, diese Themen zu normalisieren, und das bedeutet, dass wir laut und – in unserem Fall – provokativ über sie sprechen müssen.

Wenn du ein Start-up-Unternehmen im Bereich Intim-Wellness bist - sei es eine Porno-Plattform oder Produkte, die dein Sexleben bereichern - ist es nicht leicht, eine Finanzierung zu finden. Welche Erfahrungen hast du bei der Suche nach Investitionen gemacht?

Anna Kössel:

Natürlich gibt es immer noch einige Hindernisse, aber wir haben auch festgestellt, dass sich die Branche öffnet. Mit Business Angels hatten wir in dieser Hinsicht eigentlich keine Probleme, aber auch VCs* werden immer entspannter. Das ist natürlich von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Wir haben zum Beispiel eine Reihe von Produkten in den Bereichen Frauenhygiene, Intimpflege und sexuelle Wellness. Ich kann mir vorstellen, dass das einem VC etwas “weicher” vorkommt als eine Porno-Plattform, aber es gibt auch große Unterschiede zwischen den VCs. Auf jeden Fall verlassen wir uns nicht ausschließlich auf typisches VC-Geld; wir nutzen auch alternative Finanzierungsmethoden.

* VC = Venture Capital

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