Menstruationszyklus: 4 Jahreszeiten mal anders

Krämpfe, Blut, Stimmungsschwankungen- die Periode bekommt all ihre Aufmerksamkeit, insbesondere wenn du blutest, klar, es ist schwierig, sie dann nicht zu bemerken.

Hast du dich schon mal gefragt, warum du dich in der einen Woche so, in der nächsten so fühlst? Mal bist du in Topform, bist motiviert und energetisch, dann wiederum möchtest du dich daheim nur verstecken?

Die Periode hat großen Einfluss auf deine Stimmung, Motivation, Produktivität ebenso wie auf deine Libido oder deine Kapazität für soziale Interaktion, denn:

Dein Menstruationszyklus ist mehr als nur deine Periode.

Was sich oft nach wahllosen, emotionalen Phasen anfühlt, sind eigentlich deine Hormone, die während der verschiedenen Phasen deines Zyklus, nach einem vorhersehbaren Muster schwanken.

Die 4 Phasen

(Beachte, dass sich das hier aufgeführte Beispiel auf einen durchschnittlichen 28-tägigen Zyklus bezieht. Nicht alle haben einen 28-tägigen Zyklus und das ist auch ganz normal.)

🩸 Menstruationsphase - Der innere Winter: Tag 1 - 6

Die erste Phase deines Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Blutung. Du benötigst einen Cup, Tampon oder Periodenunterwäsche.

Der innere Winter setzt ein, da alle Hormone auf dem niedrigsten Level sind und dein Körper seine Gebärmutterschleimhaut abwirft. Du menstruierst.

Du kannst die Phase gut nutzen, um zu ruhen, zu träumen und deine Energie wieder neu aufzutanken.

🌷 Follikelphase - Der innere Frühling: Tag 7 - 12

Bei einigen Personen ist die Periode nach ca. einer Woche wieder vorbei, die Blutung hört auf und die Energie kehrt langsam zurück. Fast wie im Frühling, wenn die Pflanzen und Menschen beim ersten Sonnenschein aus ihrem Winterschlaf erwachen, fühlst auch du dich langsam optimistischer und energetischer. Zeit, neue Ideen wachsen und gedeihen zu lassen.

Grund dafür ist dein steigender Hormonlevel. Das Hormon Östrogen übernimmt die Führung, während dein Körper Follikel produziert  und reifen lässt, in Vorbereitung auf den Eisprung.

🍦 Ovulationsphase (Eisprung) - Der innere Sommer: Tag 13 - 16

Dies ist die kürzeste Phase deines Zyklus. Dein Körper gibt eine Eizelle aus dem Follikel frei und du bist fruchtbar. Je nach Person kann der Eisprung zwischen dem 10. und 17. Tag stattfinden. Die Hormone Östrogen und Testosteron befinden sich auf ihrem Höchststand, was dich wie neugeboren und selbstbewusst fühlen lässt. Dies ist das Zeichen, dass dein Eisprung stattfindet. Also reite die Welle der Energie und werde aktiv.

🍂 Lutealphase - Der innere Herbst: Tag 17 - 28

Auf die kürzeste Phase folgt nun die längste Phase deines Zyklus, welche sich von 10 bis zu 16 Tagen erstrecken kann. In dieser Phase dominiert das Hormon Progesteron, welches eine beruhigende Wirkung hat und dir ein Gefühl von innerer Entspannung gibt. Nutze diese innere Ruhe, um deine Stärke und Kraft zu kanalisieren.

Warum bin ich so horny?

Unsere Sexualität ist abhängig von unseren Hormonen. [1] Besonders in der zweiten Phase des Zyklus steigt nicht nur die Stimmung, sondern auch die Libido. Grund dafür ist das Hormon Östrogen, das in dieser Phase vermehrt ausgeschüttet wird. Beim Eisprung ist der Östrogenspiegel am höchsten und somit auch die Libido menstruierender Personen.
Dennoch ist Lust nicht nur eine Frage von Biologie, sondern auch der Psyche. Ängste, Traumata und Stress können einen starken Einfluss haben und die Libido stören. Da jeder Körper anders ist und damit auch die Zyklen variieren können, kann der Eisprung auch in die Phase der Menstruation fallen (Schwangerschaften in dieser sind unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich) oder der östrogenspiegel schon in der ersten Phase ansteigen.  So empfinden einige menstruierende Personen verstärkt Lust, während sie ihre Periode haben.
Sex in dieser Zeit zu haben bringt zudem auch Vorteile, wie zum beispiel Schmerzlinderung von Menstruationskrämpfen oder eine kürzere Periode (durch die Kontraktion der Gebärmutter während eines Orgasmus kann das Abwerfen der Gebärmutterschleimhaut beschleunigt werden). [2]

Go With The Flow

Hormone verhalten sich wie Ebbe und Flut, sie sind im stetigen Wandel und können damit Auswirkungen auf verschiedene Bereiche deines Lebens haben, beispielsweise:

Es lässt sich sagen, dass auch du fließt, auch du ein Wesen des Zyklus bist und dich im stetigen Rhythmus deines Körpers bewegst.

Das muss keinesfalls eine Last sein, das muss nicht anstrengend sein. Es kann alles Sinn ergeben, denn es gibt Wege dich deinem Zyklus anzupassen und dich mit ihm zu synchronisieren, statt gegen ihn anzukämpfen.
Warum also nicht aufregende Treffen mit deinen Freund*innen oder Partner*innen planen, wenn du dich in der Ovulationsphase befindest und deine soziale Kapazität am höchsten ist und nicht deine Energie in der Phase deiner Menstruation aufraffen zu müssen?
Durch Ernährung, Sport, soziale Aktivitäten, Arbeit und Selbstfürsorge kannst du mit deinem Zyklus leben. Das Ganze nennt man „zyklisch leben“, wobei es um mehr geht, als nur deine menstruale Superkraft auszuschöpfen.
Vielmehr geht es um einen Lebensstil und eine Denkweise, die den Bedürfnissen deines Körpers und Geistes gerecht wird.

Ist es nicht toll, ein so wandelbares Wesen zu sein und unsere innere Kraft zu unserem Vorteil zu nutzen? Also lebe deinen Zyklus und feiere ihn.

Quellen

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