Welcher Masturbations-Typ bist du?

Die meisten Menschen machen’s, für viele gehört es einfach dazu und manche tasten sich erst langsam ran: Selbstbefriedigung, Masturbation, geile Gefühle mit sich selbst – you name it. Und die ist übrigens, wie die Lust auf Sex generell, ein Leben lang dynamisch, also mal mehr und mal weniger präsent im eigenen Leben. Aber wozu legt man denn eigentlich Hand (oder Toy) an, hört eine sexy Story oder klicke ein kleines Filmchen an?

„Zum Genuss“, werden einige sagen. Oder für den Orgasmus. Gegen Langeweile, zum besseren Einschlafen oder weil es gegen Schmerzen hilft, höre ich in meiner Praxis als Sexologin aber genauso oft. Alle Gründe sind legitim, denn hin oder her: Masturbation kann eine tolle Strategie fürs eigene Wohlbefinden sein, und man darf dabei so egoistisch und bedürfnisorientiert sein, wie man es sich sonst vielleicht nur selten zusteht. Also go for it. Was aber genauso gilt: Selbstbefriedigung ist kein Muss, macht einen nicht per se zum „sexuellen Wesen“ und wer gerade keine oder vielleicht nie Lust darauf verspürt, ist genauso gesund wie jede*r andere auch.

Interessant aber ist, dass es viele unterschiedliche Wege in der Masturbation gibt – kein Mensch macht es sich genau gleich. Das liegt daran, dass wir alle schon ab unserer Geburt (und um ganz korrekt zu sein, sogar schon im Mutterbauch!) Wege und Strategien finden, uns lustvolle Gefühle zu bereiten. Wir „lernen“ mit unserem Körper und wiederholen das, was sich für uns gut anfühlt. So vernetzen sich Nerven und individuelle Lust-Pfade bilden sich heraus. Good News: Dieses Lernen kann zum Glück ein Leben lang weitergehen oder gestartet werden. Jetzt geht es aber mal um den Ist-Status: Was ist dein Masturbations-Typ?

Effizienz & Druck

Der effiziente Druck-Typ weiß genau, wie man schnell zum Orgasmus kommt. Und braucht deswegen auch kein langes „in Stimmung kommen“. Die Motivation ist klar: einen Orgasmus haben, sich danach entspannter fühlen, vielleicht besser einschlafen können oder ihn als Hilfe gegen Aufregung nutzen. Die Berührungen sind punktuell und zielgerichtet, z.B. mit der Hand oder einem Toy auf dem Kitzler oder einem festen Griff am Penis. Meistens wird die Bewegung immer schneller und kräftiger und oft wird Körperspannung – z.B. das Durchdrücken oder Zusammenpressen der Beine – dazu genommen, denn das steigert die Erregung. Kurz vor dem Kommen wird oft auch der Atem angehalten. Pornos können eine Rolle spielen, müssen es aber nicht. Viele effiziente Druck-Typen brauchen gar keine Fantasien, bei anderen funktionieren BDSM Fantasien vielleicht besonders gut. Übrigens: Nur weil jemand in der Selbstbefriedigung ein klares Muster hat, heißt das nicht, dass Sex zu zweit (oder mit wie vielen Leuten auch immer) genauso aussieht.

Reiben & Drücken

Ähnlich wie der Druck-Typ wissen „Reibe-Fans“ genau, was sie bei der Selbstbefriedigung brauchen. Dazu bauen sie einen gewissen Druck zwischen Geschlecht und z.B. der Hand oder einem Kissen auf (das kann früher auch ein Kuscheltier gewesen sein) und bewegen sich hin- und her, finden ihren ganz eigenen Rhythmus, durch Reibung geile Gefühle und meist relativ schnell auch einen Orgasmus zu erleben. Dabei liegen viele am Bauch oder auf der Seite und eine große Anzahl der Menschen mit Vulva, die in der Masturbation gut durch Reibung kommen, mögen es auch gern, beim Sex on top ihres Partners oder Partnerin zu sein und sich so den Orgasmus zu holen.

Situation is Key

Der Situationstyp braucht eine ganz bestimmte Atmosphäre, um Lust auf Selbstbefriedigung zu bekommen – denn die Zeit mit sich ist meistens kein kleiner Snack, sondern eher ein genussvolles Menü. Situation und Stimmung müssen passen, und vielleicht beginnt das Ganze schon unter der Dusche, wenn es wohlig warm ist oder beim Eincremen.  Das „Vorher“ und der Aufbau sind also entscheidend; Auslöser können auch eine Stimmung, eine Fantasie, ein Blick, eine Szene in einer Serie sein. Wie es dann weitergeht, kann sich unterscheiden. Entweder mit Techniken, die auch der effiziente “Druck oder Reibe Typ” – siehe oben – im Repertoire hat. Oder mit dem Flow-Modus, unserem nächsten Masturbations-Typ.

Flow-Modus

Wer sich im Flow-Modus selbst befriedigt, bewegt sich meist viel, lässt das Becken kreisen und kommt so in einen genussvollen Selbst-Spür-Modus. Vielleicht streichelt man sich am ganzen Körper und ist dabei ganz versunken in Gedanken und Fantasien. Der Körper ist eher entspannt und das Gefühl kann fast etwas Spirituelles haben, manche fühlen sich dabei auch einer bestimmten Person sehr verbunden. Der Orgasmus ist nicht so wichtig, manche haben gar keinen. Andere wechseln sich gegen Ende in etwas kraftvollere Bewegungen oder Stimulierungen und verschaffen sich so einen Höhepunkt.

The Mixer

Du kannst oder willst dich nicht auf einen Typ festlegen? Dann bist du höchstwahrscheinlich ein „Mixer“ und suchst dir deinen Modus je nach Gemütslage aus, kannst dich verschiedener Techniken bedienen und switchst nach Lust und Laune herum. Keine schlechte Ausgangslage.

Es gibt tolle Online-Tutorials, die darüber aufklären, wie sich die Vulva stimulieren lässt oder welche Penetration besonders angenehm sein kann. Der entscheidende Punkt ist — und das hat Anna ja schon zu Beginn angesprochen: Setz Dich mit Deinem Körper auseinander und lerne ihn kennen. Umso klarer kannst Du dann kommunizieren, was Dir gefällt und was nicht.

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