6 Mythen und Wahrheiten über sexuelle Lust

Wirkt Viagra nur bei Männern und steigern Austern wirklich das Lustempfinden? Wir haben einige Sexmythen untersucht und aufgedeckt!

Frauen können nicht Ejakulieren

Viele Mythen und Missverständnisse ranken sich um die weibliche Ejakulation und Squirting. Aktuelle Studien lassen darauf schließen, dass es sich um zwei unterschiedliche Phänomene handelt: Bei der weiblichen Ejakulation tritt durch den Orgasmus eine kleine Menge dickflüssiges, milchiges Sekret in der Vagina aus. Beim Squirting werden einige Milliliter Urin-ähnlicher, durchsichtiger Flüssigkeit über die Harnröhre ausgestoßen. Im Grunde kann dies bei jeder Frau vorkommen oder auch gelernt werden, denn Squirt-Orgasmen sind besonders intensiv und befreiend. 

Ein männlicher Orgasmus geht immer mit einer Ejakulation einher

Bei den meisten Männern laufen Ejakulation und Orgasmus parallel ab. Dennoch sind es zwei unterschiedliche Mechanismen, die auch zeitlich versetzt oder sogar einzeln eintreten können – also Orgasmus ohne Ejakulation oder Ejakulation ohne Orgasmus. Das kann auf eine sexuelle Funktionsstörung zurückzuführen sein, aber auch mit Absicht herbeigeführt werden. Wenn ein Mann also beim Kommen keinen Samenerguss hat, kann das unterschiedliche Gründe haben und muss nicht heißen, dass er den Orgasmus vorgetäuscht hat. 

Männer können keine multiplen Orgasmen haben

Dass Menschen mit Vaginas mehrmals hintereinander kommen können, ist kein Geheimnis mehr. Aber auch Personen mit Penis können Multiorgasmen erleben. Das Trainieren von trockenen Orgasmen durch Kontrolle des PC-Muskels (Schambein-Steißbein-Muskel), ermöglicht es Männern, mehrere Male hintereinander zu kommen bevor sie ejakulieren. Der trockene Orgasmus dauert in der Regel länger an und wird deshalb von den meisten Männern als stärker und intensiver im Vergleich zum herkömmlichen Orgasmus empfunden. 

Durch Lebensmittel lässt sich der Geschmack von Körpersäften ändern

Wissenschaftlich konnte das bisher zwar noch nicht bestätigt werden, doch viele haben es vielleicht schon mal im Selbstversuch erlebt und die Soziologin und Sexologin Dr. Carol Queen bestätigt es: Alles, was man zu sich nimmt, egal ob Essen, Medizin oder Getränke, kann den Geschmack des Spermas oder der Scheidenflüssigkeit beeinflussen. Wenn du untenrum gut schmecken willst, dann sind Früchte wie Ananas, Papaya und Zitrusfrüchte eine gute Wahl. Der in Obst und Säften enthaltene Zucker verändert tatsächlich den Geschmack von Sperma, was allerdings nicht für bereits produzierten Samen gilt. Am besten also einige Stunden vor dem oralen Vergnügen ordentlich Ananassaft runterschütten. Gleichzeitig erzeugen z.B. Knoblauch, Nikotin und Spargel hingegen einen schlechten Geschmack.

Austern & dunkle Schokolade steigern die Lust

Es gibt tatsächlich Lebensmittel, die eine aphrodisierende Wirkung haben – auch  Meeresfrüchte und Schokolade gehören dazu. Forschungen der Harvard T.H. Chan School of Public Health über Meeresfrüchte und Sex deuten darauf hin, dass Paare, die oft Meeresfrüchte essen, ein erfüllteres Sexleben haben und sich zudem die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen. Die Studie verbindet den hohen Zinkgehalt der Meeresfrüchte mit einer verbesserten sexuellen Funktion, da Zink die Testosteronproduktion ankurbelt. 

Gleichzeitig ließe sich aber auch vermuten, dass Nahrungsmittel, die sexuelle Assoziationen auslösen, einen Placebo Effekt haben: So denkt man beim Verzehren von Austern an Küssen oder Oralsex und auch Bananen, Feigen und Papayas werden mit Geschlechtsteilen assoziiert. Schokolade hingegen kann nachweislich den Gehalt an Dopamin, Serotonin und Neurotransmittern erhöhen, die für unser Glücksgefühl verantwortlich und an der sexuellen Erregung beteiligt sind. Je höher der Kakaoanteil, desto besser.

Viagra wirkt nur bei Männern

Viagra wurde ursprünglich als Angina-Medikament entwickelt, das den Blutfluss steigert. Dieser Effekt führt bei Männern dazu, bei sexueller Erregung leichter eine Erektion zu bekommen. Aber auch Frauen können von diesen Eigenschaften profitieren, denn auch die Vulva und Klitoris haben Schwellkörper, die durch stärkere Durchblutung empfindsamer werden. Bisher gibt es kaum Untersuchungen zu dem Thema, doch eine 2007 erschienene Studie kam zu dem Schluss, dass zumindest bei depressiven Frauen sexuelle Dysfunktionen durch die Einnahme von Viagra verbessert werden konnten. Mittlerweile gibt es übrigens schon eine gezielt für Frauen entwickeltes Medikament zur Luststeigerung: “Addiyi” ist seit 2015 auf dem Markt, verspricht eine Erhöhung der weiblichen Libido durch eine Einwirkung auf Botenstoffe im Gehirn und richtet sich vor allem an Frauen vor der Menopause.

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